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Goré 2007
Während wir frühstücken kommt Aly, wir wollen heute nach Gorée. Von dort aus wurden früher Sklaven nach Amerika und in die Karibik verschickt. Solange Aly Taxis anhält und verhandelt bleiben wir im Schatten. Ich falle hier auf wie die Sonne in der Nacht und wenn die Taxifahrer mich sehen machen sie einen viel zu hohen Preis. Aly hat es leichter wenn ich im Hintergrund bleibe. Die Fahrt ist schon ein Abenteuer für sich. Es gibt Kreisverkehre die auch respektiert werden, ansonsten wird alles mit der Hupe geklärt. Überholt wird da wo Platz ist, rechts, links, mittendurch, alles egal und dank Hupe auch möglich. Am Flughafen vorbei noch ein paar Kilometer dann sind wir am Hafen. Der Taxifahrer hat kein Kleingeld, sagt er, er hofft wohl daß er den Rest behalten kann aber Aly hatte schon damit gerechnet und bezahlt die zweitausend Franc. Vielleicht war Sonntag nicht die beste Wahl für diesen Ausflug, vor der Kasse ist eine lange Schlange, also anstellen und warten. Als wir die Tickets haben gehen wir in die Wartehalle. Draußen legt gerade eine Fähre ab, das heißt auf die Nächste warten. Als es dann soweit ist habe ich doch Zweifel ob das Ding wirklich die Strecke bis zur Insel schafft. Nach meinem Eindruck ist die Fähre deutlich älter als ich aber ich frage lieber nicht und außerdem, was sind schon fünfzig Jahre. Wir legen ab und tatsächlich erreichen wir Gorée. Aly hat einen Führer gefunden der uns zu einem restaurierten Sklavenhaus führt. Auch die anderen Häuser direkt am Meer dienten dem Sklavenhandel, sind aber jetzt Wohnhäuser, Geschäfte oder Restaurants. Sicher hat jeder schon etwas über Sklavenhandel gehöhrt, es gibt ja viele Dokumentationen aber wenn man hier ist in einem Raum in dem 15 oder mehr Menschen in Ketten und ohne jede Hygiene auf ihre Deportation warteten dann ist der Eindruck viel stärker. Wir sind zu viert hier drin und damit ist es schon eng genug. Die "Tür ohne Rückkehr" führt direkt zum Meer, wer hier durchgetrieben wurde konnte sicher sein, sein Land, Freunde, Familie nie mehr wieder zu sehen. Von hier aus ging es auf ein Boot und dann zum Schiff auf dem die Sklaven so dicht gedrängt untergebracht waren, daß die wahrscheinliche Sterberate noch genug Profit erwarten ließ. Der Rest der Tour war weniger bedrückend, eher das was es in vielen Touristenorten gibt, eine Kirche, mittelalterliche Befestugungen und eine riesige Kanone, die bis zu 14 km Reichweite gehabt haben soll. Als besonderheit bleibt ein Denkmal, daß an das Ende des Sklavenhandels erinnert und die Künstler, hauptsächlich Maler, die überall ihre Werke ausstellen. Zurück am Anlegeplatz haben wir noch Zeit und lassen uns von einem der Kellner die hier überall um Kundschaft werben zu einem Tisch bringen um etwas zu trinken.
creato 26 Mesi fa

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